Orø Kirche

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Chor und Schiff der Orø Kirche sind in spätromanischer Zeit aus Feldsteinen mit zugehauenen Quadern an den Ecken und um die Türöffnungen sowie Fenstereinfassungen aus Kalk- und Backstein erbaut. Beide Rundbogentüren sind erhalten, Die Nordtür ist zugemauert. Es konnten acht ursprüngliche Fenster im Mauerwerk nachgewiesen werden, sie sind leicht zugespitzt, was darauf hindeutet, dass die Kirche im späten 12. Jahrhundert erbaut wurde.

Der Turm wurde Anfang des 16. Jahrhundert errichtet, zeitgleich wurden auch Waffenhaus und Sakristei angebaut. Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit harter Hand renoviert, wobei zwei romanische Fenster in der Nordwand des Schiffes zerstört wurden.

Der romanische Chorbogen ist mit Zierumrahmung aus Kalkstein erhalten. Ende des 15. Jahrhunderts erhielten Chor und Schiff eingebaute Kreuzgewölbe, alle mit doppelten Zierumrahmungen an den Wandpfeilern. Bei einer Restaurierung des Fußbodens fand man Reste glasierter Fliesen mit Rosettenmuster. Die Altartafel ist eine Renaissancearbeit, die mit der Tafel in der Strø Kirche verwandt ist. Die Kanzel ist 1632 geliefert worden und trägt das Wappen von Urne und Arenfeldt, der Schalldeckel trägt die Initialen Christian IV's. An der Nordwand des Schiffes ist eine Pietà-Gruppe aufgestellt, die vermutlich von etwa 1450 stammt. Das Chorbogen Kruzifix von etwa 1500 mit Seitenfiguren ist an seinem ursprünglichen Platz über dem Chorbogen aufgehängt. Der Apostel Johannes hält ein Beutelbuch in der rechten Hand (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Beutelbuch).

2001 fand man in Verbindung mit einem Kalkneuanstrich der Kirche einige Kalkgemälde an der Nord- und Südwand im 1. Fach des Schiffes. Sie wurden freigelegt und bei derselben Gelegenheit legte man auch die Rippenverzierungen des Gewölbes frei. An der Nordwand erkennt man einen Reiter, möglicherweise Sankt Georg, das Bild ist durch die Restaurierungsarbeiten 1897, als man die romanischen Fenster erweiterte, etwas zerstört worden. An der Südwand sieht man einen Engel, der möglichweise zu einer Darstellung der Verkündigung, in dem Falle muss es hinter dem Wandpfeiler Maria sein. Die beiden Kalkgemälde und die Rippenverzierung des Gewölbes sind ohne Hinzufügungen von Bedeutung gereinigt und restauriert worden.

Das Orøkreuz (auch nach der Finderin Margrethekreuz genannt) ist ein sogenanntes Relikvienkreuz, ein Brustkreuz, das man in einer Kette um den Hals trägt, bestehend aus zwei Teilen mit einem Hohlraum in der Mitte. Die Form ist ein lateinisches Kreuz. Auf der Vorderseite erkennt man den gekreuzigten Christus, der auf den Drachen des Heidentums niedertritt. Über seinen Kopf sieht man die Hand des Heiligen Vaters zwischen Sonne und Mond, und rechts und links der Arme Jesu zwei kleine Figuren, vermutlich die Jungfrau Maria und Johannes dem Täufer. Auf dem Kreuzarm liest man die Worte OLAFC VNVnCE (Olav cununce = König) und ISACO' (möglicherweise Isak). Das Kreuz stammt aus den Jahren um 1100 und wurde 1849 auf Orø gefunden. Das Kreuz und die Kette bestehen aus 310 g 22 Karat Gold. Das Kreuz selbst ist 8,3 cm hoch und 6,25 cm breit. Es befindet sich im Nationalmuseum, während eine Kopie im Museum Ourø Minder, Bygaden 56, Orø besichtigt werden kann.

Auf der Rückseite erkennt man die Jungfrau Maria, die verschleiert das Evangelienbuch in Händen hält. Über dem Kopf schwebt als Symbol der Verkündigung die Taube des Heiligen Geistes und die Buchstaben S MA (Sancta Maria?). An den Seiten erkennt man in Medaillons zwei Heilige und die griechischen Buchstaben A und  hindeutend auf Christus als Anfang und Ende des Lebens.

Das Kreuz ist jetzt innen leer, aber es hat vermutlich eine Halterung für eine Relikvie gehabt, vielleicht einen Splitter des Kreuzes genau wie beim Roskildekreuz.
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